Lernen in der Uni-Bib? Es gibt besseres!

 

Wir haben jetzt so viel über das Arbeiten mit Kindern berichtet. Dabei gibt es davor – oder danach, je nachdem wo man im Kreislauf des Lebens gerade ist – noch eine andere nervenaufreibende Phase: Die Studienzeit.

 

Die Uni-Bib ist so etwas wie das Epizentrum im Leben eines Studenten.

 

Zumindest in besonders lernintensiven Fächern.

 

Hier gibt es eine Fülle an Material und Ressourcen, die helfen, die nächste Prüfung zu bestehen. Hier sammeln sich ganze Lerngruppen, um gemeinsam zu pauken – oder aber auch Einzelkämpfer, die sich die konzentrierte Stille der heiligen Hallen zu Nutze machen.

 

Jedoch, nur weil für manche die Uni-Bibliothek mit all ihren Vor-und Nachteilen das tägliche Manna für’s Gehirn ist, bedeutet dies nicht, dass sie das für alle ist. Oder gar, dass alle hier besonders gut lernen oder arbeiten können.

 

Tatsächlich gibt es Leute, die eine richtige Aversion gegen die Uni-Bib entwickeln. Wie z.B. der selbsternannte Uni-Loser Felix Dachsel, der für den Spiegel schreibt:

 

“Oft geht es darum, möglichst ausdauernd zu lernen oder in einer gewissen Zeit eine vorgegebene Leistung zu erbringen. Das hat etwas Autoritäres. Das Anarchische und Freigeistige, das Bibliotheken auszeichnet, wird hier vom Verwertungsdruck vergiftet.

 

Ich bin in Uni-Bibliotheken immer nur gewesen, wenn ich unbedingt musste. Und dann so kurz wie möglich. Rein, raus.“

 

Und damit hat er nicht ganz Unrecht.

 

Längst nicht jeder fühlt sich hier wohl oder kann gar effektiv Lernen. Nicht unbedingt nur wegen dem oben genannten Verwertungsdruck, sondern auch, wie Studizeiten so schön sagt: “Hier gibt es viel zu viele Ablenkungen und deine Aufgabe ist es, all diesen Störungen aus dem Weg zu gehen.”

 

Muss ja nicht sein.

 

Wem es so wie Felix geht, dem sei gesagt: Ja, es ist alles in Ordnung mit dir. Und nein, du musst dich nicht zwischen die Bücherregale zwängen und den Duft von altem Papier einatmen.

 

Es gibt Alternativen.

 

Selbstverständlich ist es möglich, zu Hause zu arbeiten.

 

Es kommt allerdings sehr darauf an, wie die Lernatmosphäre zu Hause aussieht.

 

Und ob du dich mit deiner Lerngruppe treffen willst, sprich ob genug Platz vorhanden ist.

 

Und ob du jemand bist, der nicht Gefahr läuft, alles Mögliche zu machen (sogar die Wäsche!), nur um nicht weiterlernen zu müssen.

 

Manchmal ist es einfach gut, raus zu kommen, weg vom eigenen Bett/Sofa. Allein schon, um frische Luft zu atmen und dem eigenen Gehirn zu signalisieren: Jetzt ist Arbeiten angesagt!

 

Nicht umsonst empfiehlt studis-online: “Arbeitsplatz und Entspannungsplatz strikt trennen!”

 

Die wissen schließlich, was sie sagen.

 

Wir schlagen dir vor, deine Bücher und deinen Laptop einzupacken, und ins nächste Coworking Space zu kommen.

 

Dein Problem ist gar nicht so weit von dem vieler Freelancer entfernt.

 

Auch Freelancer brauchen oft den Ortswechsel, um wirklich produktiv arbeiten zu können. Auch Freelancer brauchen den Austausch mit anderen Menschen, um bessere Ideen entwickeln zu können. Auch Freelancer brauchen genügend Platz auf dem Tisch – für die eigenen Unterlagen, und für das Team. Und auch Freelancer brauchen es, in lockerer, aber konzentrierter Atmosphäre arbeiten zu können, frei von der Autorität wie etwa der einer Uni-Bibliothek, die einem stets über die Schulter zu blicken scheint, während man selbst sich zwischen den meterhohen Bücherregalen voll geballtem Wissen so klein vorkommt.

 

In einem Coworking Space hingegen lässt es sich gut aushalten. Hier ist es ganz wie in der Uni-Bib möglich, in Ruhe zu arbeiten. Wer mit seiner Lerngruppe kommen möchte, der ist herzlich willkommen. Es gibt Bereiche, in denen man zusammen sitzen und über die Bedeutungen einzelner Wörter und Aufgaben diskutieren darf – anders, als in der Bibliothek, in der selbst das geflüsterte Wort unter Umständen weit tragen und deshalb unangenehme Aufmerksam auf sich ziehen kann.

 

Einen weiteren Vorteil bietet das Coworking Space im Gegensatz zur Bücherei: Die Coworker.

 

Wenn du dich noch am Anfang deines Studiums befindest, mag es dir noch nicht so aufgefallen sein, aber je weiter du in Richtung Abschluss rückst, umso immer klarer wird:

 

Die Uni wird nicht ewig dein Zuhause sein!

 

Am Ende deines Studiums steht die Arbeitswelt. Mitsamt Bewerbung, Jobsuche und dem bis ins Mark gehende Gefühl der Unzulänglichkeit. Schließlich hast du gerade einen ganzen Batzen Theorie angehäuft, aber selbst wenn du dich tatsächlich noch an das Meiste erinnern kannst, hat Theorie nicht unbedingt etwas mit Können zu tun.

 

Wer also nicht als kompletter Frischling auf den Arbeitsmarkt gehen möchte, der tut gut daran, schon während des Studiums Praxiserfahrung zu sammeln.

 

Dies kann durch Projekte mit Kommilitonen passieren oder durch Praktika. Unsere Lieblingsstrategie bleibt aber:

 

Knüpfe Kontakte in einem Coworking Space. Die Leute hier sind alle gut vernetzt und kommen aus den unterschiedlichsten Branchen. Alle sind hilfsbereit, und wenn sie von dir überzeugt sind, helfen sie dir nicht nur bei deinen Uniaufgaben. Nicht selten bieten sie dir an, bei ihnen mitarbeiten zu können. Als Praktikum oder als Nebenjob (inkl. Bezahlung!).

 

Oder aber sie lassen ihre Beziehungen spielen und vermitteln dich an die Firma deiner Träume!

 

Vitamin B ist das A und O in Sachen Karriere. Als Student hat man nur bedingt Zugang dazu, besonders, wenn man vor allem zwischen Uni und Uni-Bib wechselt. Der Meinung ist übrigens auch das Handelsblatt, das angibt, dass “29% aller Neueinstellungen über persönliche Kontakte zustande [kommen].”

 

In einem Coworking Space kannst du Freundschaften schließen, die dir nicht nur jetzt, während des Studiums gut tun, sondern auch deiner Karriere im Anschluss einen Schub verleihen.

 

Denk darüber nach, die nächste Klausurenphase, in der die Bücherei brechend voll ist und keine Arbeitsplätze mehr vorhanden sind, kommt bestimmt!

 

Hier auf MESHVILLE findest du eine riesige Auswahl.

 

Text von Hannah Schmitt-Samuels.
Fotos von mer chau, European University Institute, CollegeDegrees360 und thetaxhaven.