Der beste Networking-Tip ever

Netzwerken, Kontakte knüpfen und interessante Menschen kennenlernen ist unerlässlich für jeden, der nicht nur tagein tagaus am selben Arbeitsplatz dieselbe Arbeit machen möchte.

 

Sobald du neue Kunden gewinnen, Karriere machen, einen neuen Job suchen, oder auch einfach nur Berufsblindheit vermeiden und neuen Input willst, brauchst du ein Netzwerk, das sich regelmäßig erweitert.

 

Selbstverständlich gibt es verschiedene Möglichkeiten, dies zu tun: Du kannst dich innerhalb deines Büros vernetzen, auf Messen gehen, Networking-Events besuchen, an Meet-ups teilnehmen, oder aber Social Media nutzen.

 

Warum die gängigen Networking-Strategien anstrengend und ineffektiv sind

 

Wer sich nur innerhalb einer Firma vernetzt, kennt am Ende auch nur diese Firma. Wer auf Messen und Networking-Events geht, lernt womöglich tolle Leute kennen, nur leider sind diese Kontakte nur sehr flüchtig. Schließlich sind diese Veranstaltungen auf eine bestimmte Zeit begrenzt und jeder kommt dorthin mit dem Ziel, sich zu präsentieren und möglichst viele Kontakte, sprich Businesskarten, zu sammeln. Und viel mehr als die Karten bleibt auch nicht übrig. Nicht umsonst wird empfohlen, sich zu jeder Karte Notizen zu machen, damit man überhaupt sich erinnern kann, welches Gesicht denn nun zu welcher Karte passt. Und wer ein wenig stiller ist, geht oft ganz unter (oder geht erst gar nicht hin).

 

Und Social Media? Sicher, Social Media ist nicht zu unterschätzen, schließlich kann man so sein Netzwerk sogar über internationale Grenzen hinaus spinnen. Aber richtig wertvoll werden diese Verbindungen erst, wenn man öfters interagiert – und zwar möglichst von Angesicht zu Angesicht.

Kann Networking nicht auch einfach, natürlich und effektiv sein?

Was bietet die Möglichkeit, interessante Menschen in einem professionellen Umfeld kennenzulernen und mit ihnen in Ruhe ins Gespräch zu kommen, so dass man bereits eine Beziehung geknüpft hat, an die man sich auch später noch erinnert?

 

Coworking-Spaces!

 

Überleg einmal:

 

Du kommst in einen Coworking-Space (was vergleichbar ist mit einem Büro auf Zeit oder einem Gemeinschaftsbüro) und findest einen Haufen Leute vor, die entweder konzentriert arbeiten, oder plaudern, oder sich gerade einen Kaffee holen. Und schon hast du zahlreiche Anknüpfungspunkte.

 

Meshville - Kaffeebar

 

Setzt du dich hin, um zu arbeiten? Sehr gut, so kannst du ganz in Ruhe ankommen, ein Gefühl für die Leute um dich herum entwickeln (sehr wichtig für Introvertierte), und wenn du Hilfe brauchst, oder merkst, dass dein Nachbar fluchend vor seinem Computer sitzt, ein Gespräch anfangen. Ein Gespräch, das sehr wahrscheinlich in eine Beziehung mündet, denn wenn du diese Person das nächste mal siehst, ergibt sich ein weiteres Gespräch (“Wie läuft’s mit der Sache von neulich?” – “Ganz gut. Ich hab jetzt das-und-das herausgefunden.” – “Ach echt? Das hört sich interessant an!”).

 

“Netzwerke basieren auf Geben und Nehmen und zwar in dieser Reihenfolge” sagt Dr. Andreas Lutz vom Selbstständigenverband VGSD e.V. und Autor des “Praxisbuch Networking” in einem Interview mit Staufenbiel, und hat damit sicherlich Recht.

 

Aber vielleicht setzt du dich erst mal in die Nähe von plaudernden Leuten? Wie schnell passiert es, dass du etwas aufschnappst und etwas dazu sagst? Yep, sehr schnell.

 

Und an der Kaffeebar? Nun, beim gemeinsamen Warten auf den Kaffee hat sich schon so manches Gespräch ergeben.

 

Der Clou dabei ist, dass du in einem Coworking-Space Menschen aus ganz verschiedenen Branchen vorfindest. Du bekommst also Kontakte in alle möglichen Richtungen. Das gibt dir einerseits sehr vielseitige Inspirationen, die du in deine eigene Arbeit einflechten kannst, auf der anderen Seite wird dir weitergeholfen, wobei auch immer du Hilfe benötigst (“Nee du, mit Kondensatoren kenn ich mich nicht aus. Aber der da drüben ist ein echter Spezialist!”) und du kommst auf Ideen, auf die du sonst nie gekommen wärst.

 

“Authentizität und Wahrhaftigkeit” nennt die Burda-Managerin Steffi Czerny als die wichtigsten Zutaten für gutes Networking in einem Interview mit Edition F, und beides gibt es hier in Massen.

 

Damit du noch einfacher dein Netzwerk ausdehnen kannst, sind hier ein paar Dinge, die du tun kannst, bzw. beachten solltest:

 

  • Regeln deines Coworking-Spaces beachten. Es gibt z.B. Räume, in denen man sprechen und sogar telefonieren kann, und andere, in denen Stillarbeit angesagt ist. Du solltest unbedingt wissen, in welchem Raum du dich befindest, um dir keinen genervten Blick einzufangen.
  • Bring Kekse oder Kuchen mit und stell sie auf den Tisch für alle. Die Aufmerksamkeit deiner Coworking-Kollegen ist dir sicher.
  • Wohin zum Mittagessen? Frag jemanden nach einer guten Essensgelegenheit und lade die Person gleich ein! Die Mittagspause ist die Gelegenheit, um Kontakte zu knüpfen!
  • Und wenn du schon dabei bist und ein wenig Zeit nach Feierabend hast, kannst du auch gleich fragen, welche Geheimtipps es für die Gegend gibt.
  • Bitte um Hilfe. Auch wenn deine Nachbarn scheinbar in ihre Arbeit vertieft sind, hilfsbereit sind sie alle. Und so mancher hilfsbereite Nachbar verwandelt sich in einen guten Kontakt oder sogar Freund!
  • Biete deine Hilfe an. Der vorherige Punkt gilt natürlich auch andersherum. Siehst du jemanden, der Hilfe benötigt, sei es, weil der Computer spinnt, sei es, weil der Tisch wackelt, zöger nicht lange und pack mit an!
  • Schau dir an, welche gemeinschaftsfördernde Aktivitäten dein Coworking-Space anbietet. Manche bieten gemeinsames Frühstück oder Mittagessen an, manche sogar richtige Workshops (die man übrigens auch selbst veranstalten kann!). Nutze diese Gelegenheiten!

Warst du schon einmal in einem Coworking-Space? Einfach mal ausprobieren über www.meshville.de wir wünschen viel Spaß und tolle Kontakte!

 

Was sind deine Erfahrungen? Hast du Kontakte knüpfen können, und wenn ja, welchen Tipp hast du? Schreib einen Kommentar!

Text von Hannah Schmitt-Samuels.
Fotos von cea + und Neo_II.
  • Zu dem schönen Beitrag noch eine Ergänzung aus meiner Erfahrung als Coworkerin: Besonders vorteilhaft ist das Networking via Coworking für Menschen, die eher introvertiert sind. Wem es nicht leicht fällt auf andere zu zu gehen, kann im Space erst mal in Ruhe zwischen anderen Coworkern sitzen. Ein Gefühl dafür entwickeln, wer da so im Space ist. Du kannst musst aber nicht mit anderen ins Gespräch kommen. Das entstresst enorm gegenüber Netzwerk-Events, die manche/n gefühlt unter Druck setzen. Das angenehme dabei: Du bekommst Deine Aufgaben erledigt – an manchen Tagen vielleicht auch ‘nur’ das, an anderen Tagen knüpfst Du noch einen neuen Kontakt dazu. In unserem Coworking-Blog habe ich übrigens zu Coworking für Introvertierte geschrieben: https://www.rayaworx.eu/blog/post/checkliste-coworking-fuer-introvertierte

    • Eva

      Eine treffende Beobachtung, Doris, danke für diesen zusätzlichen Blickwinkel. Ich gehöre auch eher zu den Introvertierten. Es ist sehr wohl unangenehme, während eines forcierten Networking-Events noch in keine Gesprächsrunde aufgenommen zu sein. Das passiert im Coworking Space weniger. Im Fall der Fälle hat man noch seinen Laptop oder Buch vor sich. Versucht euch aber nicht zu verschanzen. Ein offener, freundlicher Blick in die Runde tut nicht weh und macht gleich nahbarer. Viele Coworking Spaces bieten zudem kleinere Programme wie gemeinsames Frühstück oder Workshops an, bei Kaffee kommt es sich noch leichter ins Gespräch.

    • Eva Meshville

      Eine treffende Beobachtung, Doris, danke für diesen zusätzlichen Blickwinkel. Ich gehöre auch eher zu den Introvertierten. Es ist sehr wohl unangenehme, während eines forcierten Networking-Events noch in keine Gesprächsrunde aufgenommen zu sein. Das passiert im Coworking Space weniger. Im Fall der Fälle hat man noch seinen Laptop oder Buch vor sich. Versucht euch aber nicht zu verschanzen. Ein offener, freundlicher Blick in die Runde tut nicht weh und macht gleich nahbarer. Viele Coworking Spaces bieten zudem kleinere Programme wie gemeinsames Frühstück oder Workshops an, bei Kaffee kommt es sich noch leichter ins Gespräch.