Coworking Spaces für Freelancer

 

Die klassischen Coworking-Space-Gänger sind Freelancer.

 

Aus einem ganz einfachen Grund: Freelancer können sich einerseits den Arbeitsort oft aussuchen, andererseits fällt ihnen im dauerhaften Home-Office irgendwann die Decke auf den Kopf.

 

Der Mensch ist schließlich ein Herdentier und braucht in der Regel sozialen Anschluss – auch bei der Arbeit.
Es ist wichtig, sich mit anderen austauschen zu können. Zum einen vermindert das die Gefahr, mit sich selbst zu sprechen. Zum anderen wird die Arbeit durch konstruktives Feedback besser, durch Netzwerken erschließen sich neue Jobs – und es ist sehr wichtig, mit Leuten zusammen zu sein, die einen ähnlichen Lebensweg eingeschlagen haben. Die einen verstehen und anfeuern.

 

Dies alles sind Gründe, den heimischen Schreibtisch zu verlassen und sich einer Herde anzuschließen.

 

Ich sage bewusst “Herde”, weil die Leute in Coworking Spaces tatsächlich zu einer solchen werden können. Manchmal recht locker und offen und manchmal findet man dort seine zweite Familie. Oder seine besten Freunde.

 

Hier ein paar Beispiele, wie unterschiedlich dies sein kann:

 

Wenn wir uns WeWork anschauen, so ist die Herde der Anhänger riesig. Zu WeWork gehören momentan 179 Coworking Spaces, in den großen Metropolen in 16 Ländern der Welt. Wer hier arbeiten geht, möchte als Büro auch gleich ein Statussymbol buchen. Durch die schiere Masse hat man an vielen Geschäftsorten einen stets ähnlich gearteten Anlaufpunkt, lernt überall neue Gesichter kennenlernen und ist doch mit einer Truppe verbunden. Doch da wo WeWork und seine Follower global und gleichartig sind, sind sie nicht mehr so lokal und individuell, wie es eine örtliche, eigenständige Community in einem eigenständigen Coworking Space ist.

 

Da kommen wir auf das andere Extrem, Coworking Spaces wie die FilmFabrique in Hamburg (hier auf MESHVILLE). Hier gibt es nur einen einzigen Standort mit wenigen Räumen und daher wenigen Gesichtern. Man arbeitet oft mit den gleichen Personen zusammen und formt dadurch schnell Beziehungen, die über ein pures “Hallo” hinausgehen. Die Atmosphäre ist familiär.

 

Ebenfalls klein und familiär mit nur 15 Plätzen ist das Stock 1 in Innsbruck. Sie sagen über sich:

 

“Unser Konzept basiert nicht auf dem Glauben, dass möglichst viele Menschen aus der Kreativbranche gemeinsam in einem Raum den größtmöglichen Output erzielen. Vielmehr sollen unterschiedliche Sparten nebeneinander agieren, um unterschiedliche Perspektiven zu besetzen.”

 

Interessant hierbei ist, dass sie Teil eines Offenen Hauses sind. Hier finden nicht nur verschiedene Workshops und Veranstaltungen statt, hier haben auch Vereine, Kollektiven und Künstler ein Zuhause. Dadurch arbeiten die Coworker nicht nur unter sich, sondern haben Anschluss an eine Gemeinschaft, in die die ganze Nachbarschaft eingebunden ist.

 

Am Ende sucht sich jeder genau das, was er für sich am Besten hält.

 

Ich denke, es ist als Freelancer wichtig, dass man einerseits seine Stamm-Coworking-Gemeinschaft hat, aber andererseits auch weiß, wo man hingehen kann, wenn man unterwegs ist. Schließlich bieten gerade solche Arbeitsurlaube die Möglichkeit, neue Leute kennenzulernen und neue Coworking Spaces auszuprobieren.

 

Hier ist MESHVILLE eine große Hilfe. Wir machen es einfach, neue Coworking Spaces zu finden und zu buchen. Ohne zusätzliche Verträge und Mitgliedschaften. Denn wir sind überzeugt davon, dass jeder einfachen Zugang zur Coworking-Erfahrung haben sollte!

 

Es gibt aber noch einen anderen Grund, warum Freelancer Coworking Spaces gerne nutzen:

 

Möglichkeiten.

 

Nicht jeder hat die Möglichkeit, in seinem Home-Office handwerklich zu arbeiten. Oder zu klettern. Oder zu experimentieren – oder ein irres Raumdesign zu verwirklichen.

 

Auch dafür sind Coworking Spaces super.

 

Die meisten legen auf Design viel wert. Die Stile sind oft total unterschiedlich. Sie reichen von klassisch-simpel bis zu tollen Graffiti. Es gibt Coworking Spaces, da will man einfach nur hin, weil die Räume so umwerfend sind – was man sich selbst nie leisten könnte. Von einem richtigen Raumkonzept, das einem verschiedene Arbeitsmöglichkeiten gibt, ganz zu schweigen.

 

Das Weserland in Berlin-Neukölln z.B. schmückt seine Räume mit wunderschönen Origami-Vögeln. Ein bunter Hingucker, und dennoch leicht und unbeschwert:

 

Wer aber vor allem nach Räumen sucht, in denen er handwerklich arbeiten kann, ohne sich eine eigene Werkstatt (und teure Maschinen!) mieten zu müssen, wird ebenfalls fündig:

 

In Berlin gibt es das Fablab (hier auf MESHVILLE), eine offene Entwicklungswerkstatt. Hier hat man die Möglichkeit, “High-Tech Werkzeuge wie 3D Drucker, Lasercutter, CNC Fräsen, Mikrocontroller, CAD Software, aber auch Handwerkzeug und Holzbearbeitungsmaschinen und fast allen anderen Tools, die man zum Erfinden braucht” zu benutzen.
Übrigens arbeitet das Fablab mit zahlreichen Partnern wie Unternehmen und Universitäten zusammen.

 

In Hamburg gehen bauer + planer in eine ähnliche Richtung. Hier kann man CNC, Holz und Metall bearbeiten. Eine Fachbibliothek ist gerade im Aufbau.
Ganz interessant: “bauer+planer strebt keine Unternehmensgewinne an, sondern sorgt für den Erhalt und Ausbau einer Gemeinschaftseinrichtung. Überschüsse aus Mieteinnahmen fließen komplett in den Ausbau der Infrastruktur und Materialüberschüsse werden künstlerischen Projekten kostenlos zur Verfügung gestellt. So entsteht ein Raum, der es Kreativen ermöglicht selbständig tätig zu sein und in dem ein belebendes Zusammenspiel zwischen professioneller Tätigkeit und künstlerischer Freiheit entstehen kann.”

 

Das Formschoen in Hamburg hat sich auf Mode spezialisiert. Hier rattern also die Nähmaschinen, werden ganze Kollektionen entwickelt – und ganz wichtig: die Modedesigner können sich untereinander vernetzen.

 

Das Landwehrk in Hannover ist ein Space für Künstler. Gerade Kreative brauchen oft mehr Platz für ihre Kunst, als ihr Zuhause bietet. Und die Möglichkeit zu kleckern… Hier bekommt man Feedback, Tipps und Unterhaltung mit anderen Künstlern obendrauf!

 

Etwas ganz Besonderes ist das Hackuarium in Renens in der Schweiz. Kein Coworking Space per sé, sondern ein Laboratorium, dem übergeordneten Projekt UniverCité zugehörig. Die UniverCité ist ein Mehrzweckstandort mit Coworking Space, Mietbüros für Start-ups, einem Makerspace, dem Accelerator Programm MassChallenge und eben auch dem Hackuarium Labor. Ein Coworking Labor für Start-ups folgt in Kürze.

 

Im Hackuarium dreht sich alles um Biologie! Das Besondere: Neben Wissenschaftlern machen auch ganz normale Menschen mit. Ganz egal, wie gut du dich bereits mit Biologie auskennst oder was du beruflich machst – wenn du dich für einen biologischen Prozess (oder für Biotechnologie!) interessierst, kannst du hier forschen und entwickeln. Wusstest du, dass eigentlich jeder aus Bakterien in der Küche farbiges Plastik herstellen kann?! Oder dass man die DNS von Bier erforschen kann, um herauszufinden, was den Geschmack beeinflusst?! All das kannst du hier lernen.
Ideal also auch für Selbständige und Start-Ups mit einem Fokus auf Nachhaltigkeit und Umwelt.

 

Coworking Spaces geben einem die Möglichkeiten einer Firma (oft sogar mehr!) und die Freiheit eines Home-Offices.

 

Es ist möglich, zu kommen und zu gehen, wann man will. Man hat nicht nur nette, sondern auch inspirierende Kollegen. Man hat die Räumlichkeiten und Utensilien, die das Home-Office oft nicht bieten kann. Und man ist keineswegs aufgeschmissen, wenn man unterwegs ist – Coworking Spaces gibt es auf der ganzen Welt und heißen einen gerne willkommen.

 

Also: Das nächste mal, wenn dir die Decke auf den Kopf fällt, dein Internet mal wieder nicht funktioniert oder du dich zum hundertsten Mal darüber aufregst, nicht genügend Platz zu haben (oder dich fragst, wo du dein Meeting mit einem Kunden abhalten kannst!), komm in ein Coworking Space.

 

Die gibt es ganz sicher auch in deiner Stadt! Einfach mal auf MESHVILLE vorbeischauen – wir freuen uns auf Dich!

 

Text von Hannah Schmitt-Samuels.
Fotos von den genannten Spaces und Impact Hub und Manuel Schmalstieg.