Remote Jobs – Ortsunabhängig Arbeiten

 

Wie ist das so, wenn man nicht verpflichtet ist, an einem bestimmten Ort, etwa dem Büro, zu arbeiten?

 

Wie ist das, wenn man einfach den Laptop einpacken, verreisen und trotzdem seine Arbeit genauso gut verrichten kann wie sonst auch?

 

Geht das? Oder ist das nicht komplett unpraktikabel (wer setzt sich denn ernsthaft an den Strand, um zu arbeiten? Hat man da nicht ganz schnell Sand im Laptop?)? Und gibt es das überhaupt in Deutschland? Was ist, wenn man nicht so gut Englisch spricht?

 

Und muss man dafür Freelancer sein? Muss man dafür etwas Spezielles können?

 

Flexibilität ist ja schön und gut, aber ist ein sicheres Einkommen dafür nicht ein hoher Preis?

 

Nun, zunächst einmal ist es so, dass es kein entweder-oder sein muss.

 

Ortsunabhängig arbeiten zu können heißt nicht unbedingt, auch kontinuierlich auf Achse sein zu müssen. Jeder Ortswechsel bedeutet schließlich, dass man eine gewisse Reisezeit von der Arbeitszeit abziehen muss. Auch, wenn man theoretisch im Zug oder Flugzeug arbeiten kann, gibt es doch Umsteigezeiten, Anreise zum Bahnhof/Flughafen, etc. Es gibt bei weitem noch nicht in jedem Flugzeug Internet und noch längst nicht jeder kann hier gut arbeiten. Jeder Ortswechsel bedeutet auch, dass man sich an die neue Umgebung und den neuen Rhythmus, evtl. sogar an eine neue Zeitzone gewöhnen muss. Zudem möchte man vielleicht auch ganz gerne etwas von der anderen Kultur mitbekommen.

 

Es ist also keineswegs so, dass Digitale Nomaden jeden Monat oder gar jede Woche das Land wechseln. Auf Dauer schlaucht das einfach zu sehr. Auch sieht sich nicht jeder, der ortsunabhängig arbeitet als Digitaler Nomade.

 

Ein außerordentlich großer Vorteil ist es aber, die Möglichkeit zu haben. Es ist absolut möglich, die Kinder einzupacken und eine Weile bei Oma zu sein. Oder schnell Zwischendurch etwas einzukaufen oder die Wäsche aufzuhängen. Oder einen Kurztrip unabhängig vom überbuchten Wochenende zu unternehmen. Oder zu einem Event in einer anderen Stadt zu fahren und dafür nicht einen oder gar zwei Urlaubstage herzugeben. Oder ja – für ein paar Wochen oder Monate ein anderes Land zu besuchen! Warum auch nicht? Gerade in der mobilen Lebensphase zwischen Ende 20 und Anfang 40 finden Partner nicht immer am gleichen Ort eine Arbeitsstelle. Da ist es sehr praktisch, wenn einer von beiden flexibel ist.

 

Bedeutet, ortsunabhängig – und vielleicht sogar auch zeitunabhängig – zu arbeiten, keinen Stress mehr zu haben?

 

So einfach sieht das auch wieder nicht aus….

 

Regel Nr. 1: Die Arbeit muss genauso erledigt werden wie sonst auch. Ohne Ergebnisse kein Geld…

Und da man nicht jeden Tag ins Büro geht, ist Regel Nr. 1a:

 

Ohne Struktur geht gar nichts.

 

Sonst kann man gleich einpacken.

 

Allerdings: Wie die Struktur aussieht, kann äußerst individuell gestaltet werden.

 

Es also durchaus möglich, anstatt morgens im Stau zu stehen, eine Runde joggen zu gehen. Es ist auch möglich teilweise zu Hause zu arbeiten, und teilweise in ein Coworking Space zu gehen.

 

Und es ist möglich, den Nachmittag frei zu nehmen, weil gerade da eine tolle Veranstaltung stattfindet und dafür abends weiter zu arbeiten.

 

Bedeutet das eine Verwischung von Arbeit und Privatleben?

 

Ja, in vielen Fällen schon.

 

Es bedeutet aber auch, dass man sich sehr gut selbst einschätzen und genau die Arbeitsbedingungen schaffen kann, die man braucht. Z.B. gibt es Aufgaben, für die braucht man absolute Ruhe. Die würde man nie so gut erledigen können, wenn man im Büro ständig unterbrochen wird. Oder es gibt Dinge (besonders kreative Projekte), die kann man am besten nachts erledigen, einfach weil man dann einen besseren Zugang hat.

 

Orts- und Zeitunabhängigkeit bedeuten, dass man seine Arbeit und sein Leben maßschneidern kann.

 

Dazu muss man auch nicht einmal selbständig sein. Es gibt mittlerweile viele Arbeitgeber, die Flexibilität befürworten. Sehr viele bieten von vornherein die Möglichkeit, im Home-Office zu arbeiten. Schließlich steigern laut einer aktuellen Studie der Universität von Stanford ihre Produktivität im Schnitt um 13%. Und der Human Resources Manager meint, die Mitarbeiter- und Kundenbindung […] steige im Durchschnitt um zehn Prozent, die Leistungsfähigkeit und Rentabilität um 20 Prozent und die Produktqualität um 30 Prozent an.

 

Oder man macht es wie Nadja Mütterlein, eine HR Business Partnerin in einem Großkonzern, die dafür sorgt, dass der Traum vom remote Arbeiten möglich istSie hat an einem remote Programm teilgenommen und 12 Monate lang die Welt bereist. Während sie Vollzeit weitergearbeitet hat. Diese Erfahrung hat sie nun zur Gründung von Remote Talents bewegt.

 

Wie das ging? Klare Absprachen und Strukturen sind nötig. Und eine gute Internetverbindung. Ohne geht gar nicht.

 

Letzteres musste übrigens auch Ben von “Ben um die Welt” erfahren. Als er vor ca. einem Jahr seinen Job gekündigt hatte, wollte er eigentlich eine Auszeit nehmen – nur um doch noch einmal remote zu arbeiten. Und die einzige Internetverbindung ist in einem nahegelegenen Hotel… so kann es auch gehen…

 

(Und weil genau diese Internetverbindung unterwegs so unglaublich wichtig ist und es sich in Hotels so wahnsinnig schlecht arbeiten lässt, sind wir Fans von Coworking Spaces…)

 

Also, sollte man es wagen?

 

Da du dir den Artikel bis hierher durchgelesen hast, gehe ich davon aus, dass du nicht zu denjenigen gehörst, die absolut glücklich damit sind, jeden Tag im Stau zu darben, um pünktlich im Büro auf der Matte zu stehen und Tag ein Tag aus mit denselben Kollegen in denselben vier Wänden arbeiten zu dürfen.

 

Sondern dass dich seit längerem eine Frage beschäftigt:

 

Was wäre wenn?

 

Daher lautet meine Antwort: Ja, absolut!

 

Hier sind drei Dinge, die du sofort unternehmen kannst, um deinem Traum ein Stück näher zu kommen:

 

  1. Sprich mit deinem Arbeitgeber. Kläre die Rahmenbedingungen, mit denen remote arbeiten für die Firma vereinbar ist.
    Vielleicht handelt es sich hier um Neuland für deinen Chef, aber bleib dabei und kläre ab, was möglich ist. Und wenn es vorerst nur ein oder zwei Tage die Woche sind.
  2. Schlag deinem Chef vor, es einfach mal auszutesten. Suche ein Coworking Space in der Nähe, in dem du flexibel das Arbeiten außerhalb des Büros ausprobieren kannst. So erfährst du für dich, ob es überhaupt dein Ding ist und dein Chef hat eine zentrale Anlaufstelle, wo er dich finden kann –  besser als dein Home Office. Am einfachsten findest und buchst du deinen Platz im Coworking Space auf MESHVILLE.
  3. Schau dich nach einem neuen Arbeitsplatz um. Hier auf RemoteArbeiten haben wir Jobangebote für dich zusammengestellt, die remote möglich sind. Hierbei handelt es sich ausschließlich um Angebote, die mindestens 6 Monate regelmäßiges Einkommen bedeuten und zu einem großen Teil sogar in Vollzeit sind. Manche Stellen sind in traditionellen Konzernen zu besetzen, bei anderen würdest du für coole Startups arbeiten.
    Schau sie dir an!
Text von Hannah Schmitt-Samuels.
Fotos von Giorgio Montersino, Death to the Stock, @markheybo und ISSO|lab.