Vorbeugende Bewegungs- gewohnheiten im Büro

 

Ein Gastbeitrag des Ergonomieproduktportals Ergotopia:

So kommst Du Zivilisationskrankheiten zuvor.

 

Die digitale Revolution ermöglicht uns Menschen (insbesondere in den Industrienationen) quasi per Knopfdruck unser komplettes Leben zu managen. Dank Auto, Rolltreppen, Online-Shopping und Co. ist selber laufen eigentlich nicht mehr notwendig. Oder doch?

 

Denn dieser hohe Komfort hat seinen Preis. Er geht einher mit einer steigenden Anzahl an Wohlstandskrankheiten wie Osteoporose, Thrombose, Diabetes, Rückenschmerzen und vielen weiteren.

 

Der Grund dafür ist der Bewegungsmangel. Durchschnittlich 12 Stunden sitzt der deutsche Büroarbeiter täglich. Ganze 80.000 Stunden in seinem Leben.

 

Dabei ist der Mensch genetisch für Bewegung gemacht. Nur so funktioniert unser Körper einwandfrei. Bewegen wir uns zu wenig, schläft unser Stoffwechsel ein, unsere Muskeln verkümmern und Durchblutungsstörungen machen sich breit. Die häufigste Folge sind jedoch Rückenschmerzen aufgrund von muskulären Dysbalancen und lästigen Verspannungen.

5 einfache Methoden für mehr Bewegung im Büro

 

„Der Mensch ist eigentlich dafür gebaut, sehr große Strecken zurückzulegen. Doch durch die moderne Lebensweise kommt Bewegung kaum noch in unserem Alltag vor.“ Prof. Perikles Simon, Leiter der Sportmedizin an der Universität Mainz [1]

Der Urzeitmensch lief damals circa 30-40 Kilometer täglich. Das entspricht in etwa 50.000 Schritten. Der Durchschnitt heute liegt bei lediglich 1.500 Schritten pro Tag. [2]
Nur benötigt unser Körper heute wie damals Bewegung, um zu funktionieren.

 

Krankheiten überfallen den Menschen nicht wie ein Blitz aus heiterem Himmel, sondern sind die Folgen fortgesetzter Fehler wider die Natur. Hippokrates

Selbst wenn Du täglich Sport machst, kann die Auswirkungen statischen Dauersitzens im Büro nur minimal ausgleichen, wie eine skandinavische Studie herausfand. [3]

 

Bewegst Du Dich hingegen regelmäßig, machst aktive Bewegungspausen und unterbrichst bewusst Deine Sitzzeiten häufiger, profitierst Du von mehr Wohlbefinden und verringerst das Risiko zahlreicher Krankheiten. Du wirst außerdem konzentrierter und somit produktiver. Denn wer sich bewegt, der kurbelt sein Herz-Kreislauf-System an und hat dadurch mehr Energie.

 

Mache Dir die folgenden Bewegungstipps zu einer täglichen Routine und profitiere ab sofort von den zahlreichen Vorteilen:

 

  • Trinke viel Wasser und Tee! Das ist nicht nur super für Deine Durchblutung, sondern füllt auch Dein Schrittekonto mit jedem Gang zur Toilette. Außerdem kannst Du anstatt eine Flasche auf Deinen Schreibtisch zu stellen, für jedes Glas extra zur Küche gehen. Klingt mühselig? Nach einigen Tagen ist es das nicht mehr, sondern eine Gewohnheit, die Dein Wohlbefinden deutlich verbessert.
  • Triff Kollegen, statt sie anzurufen. Das ist nicht nur viel persönlicher und stärkt eure Beziehung, sondern zwingt Dich wahrscheinlich auch häufiger die Treppen zu benutzen.
  • Arbeite öfter im Stehen! Zugegebenermaßen bringt das nichts für Dein Schrittekonto, ist aber ebenso effektiv, wie zahlreiche Studien beweisen. Ergonomie-Experten empfehlen daher 40 Minuten dynamisch zu sitzen, 15 Minuten im Stehen zu arbeiten und 5 Minuten aktiv umher zu gehen.
  • Sitze dynamisch! Sitzt Du bisher stundenlang starr auf Deinem Bürostuhl? Besser ist es so oft es geht, die Sitzposition zu wechseln. Bewegliche/ergonomische Stühle und Sitzbälle unterstützen diese Dynamik.
  • Mache ein 5 Minuten Schreibtisch-Workout! 5 Minuten bestehend aus Schulterkreisen, Beinstrecken und unauffälligen Dehnübungen, die auch hartnäckige Mittagstiefs vertreiben können. Hier kannst Du es dir herunterladen.

Fazit: werde jetzt aktiv!

 

Jeder ist für seine Gesundheit selbst verantwortlich. Mit einfachen Bewegungsgewohnheiten im Alltag, kannst Du Deine Lebensqualität deutlich verbessern und zahlreichen Krankheiten effektiv vorbeugen!

 

[Infografik] 10000 Schritte täglich: 33 gesunde Bewegungsgewohnheiten

Ursprünglich erschienen auf Ergotopia.de

 

Quellen & Studien:

[1] Annett Böhme: „Wie viel Bewegung brauche ich eigentlich?“, Good Health, 03/2015, S.67 ff.
[2] http://www.haufe.de/arbeitsschutz/gesundheit-umwelt/kommen-sie-in-bewegung-so-viele-schritte-sollten-sie-gehen_94_231212.html
[3] http://onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1111/j.1600-0838.2012.01456.x/abstract